Webcontent-Anzeige Webcontent-Anzeige

Foto: Jan Riephoff

Webcontent-Anzeige Webcontent-Anzeige

Elf Hektar Kraftland

Die Börde-Gärtnerei in Erxleben

Webcontent-Anzeige Webcontent-Anzeige

In Sachsen-Anhalt kultivieren Barbara Dümpelfeld und Helmut Zacharia uralte Pflanzensorten in bester Qualität.

„Schwarzerde“, sagt Barbara Dümpelfeld und ihre Augen funkeln. Sie blickt auf den Acker zu ihren Füßen. Dass ihr der Regen ins Gesicht schlägt, kümmert die 56-jährige Landwirtin nicht. Strahlend fügt sie hinzu: „92 Bodenpunkte.“ Dies ist der Grund, warum es die Börde-Gärtnerei gibt. Einhundert Bodenpunkte sind die Höchstgrenze, ein magerer Sandboden erreicht vielleicht 18. Es war dieses Erdreich, das 1999 Barbara Dümpelfeld und ihren Lebensgefährten Helmut Zacharia dazu brachte, in Erxleben eine Bioland-Gärtnerei aufzubauen.

Dabei waren sie Spätberufene: Von seinem grünen Daumen erfuhr Zacharia erst mit Ende 20. Damals bewirtschaftete er in Israel eine Kibbuzgärtnerei dermaßen gekonnt, dass sie zum ersten Mal mehr Gemüse abwarf, als die Gemeinschaft verbrauchte. Zurück in Deutschland studierte er Gartenbau und übernahm die Freiland-Leitung einer Demeter-Gärtnerei. Seine Freundin Barbara ließ sich zur Landwirtschaftsmeisterin ausbilden.

Heute geht der 55-jährige Gärtner an den Reihen seiner Tomaten entlang. Er ist groß und drahtig, auf seinem Kopf wachsen die blonden Haare querbeet. Diesen Boden darf man nicht verseuchen, das ist seine Überzeugung. Das Gärtner-Paar verwendet keine Unkrautvernichtungsmittel, keine Gewächshausheizung. Sie pflücken überwiegend von Hand, riskieren viel, mitunter verlieren sie Ernten.

Mit Schaudern erinnert sich Barbara Dümpelfeld an den Sommer 2003, der eine nicht enden wollende Dürre brachte. Dreißigtausend Jungpflanzen drohten zu vertrocknen. Verzweifelt bohrten sie im Boden nach Wasser. Als schon keiner mehr daran glaubte, drang es aus großer Tiefe endlich empor. „Andernfalls“, sagt Zacharia, „wäre das unser Ende gewesen.“

Nach 16 Jahren der Mühsal steht die Börde-Gärtnerei gut da – mit 14 Mitarbeitern, fünf Gewächshäusern und elf Hektar Freiland. Im Sortiment Beeren, Tomaten, Salate, Netzmelonen und solche Kostbarkeiten wie die Bortfelder Rübe, eine uralte Sorte, die schon die Herzöge von Braunschweig liebten. Gärtnerisch ist das Gewächs eine Mimose, nur wenige kommen durch. Aber die, die es schaffen, sind cremefarben, haben ein unvergleichlich zartes Fruchtfleisch – und landen direkt in der Küche der Autostadt.