DE DE
Start Stories
Generationen Illustration Generationen Illustration

Die Generationen seit den Babyboomern der 1960er Jahre werden von Soziologen mit den drei letzten Buchstaben des Alphabets bezeichnet. Ist das reine Simplifizierung oder steckt doch etwas ganz Konkretes dahinter? Annäherungen an eine zuweilen durchaus diskussionswürdige Unterscheidung.

Text: Laurin Paschek
Illustration: Martina Paukova

Generation X

Geburtsjahrgänge 1960 bis 1980

Die Bezeichnung "Generation X" geht auf das gleichnamige Buch des Autors Douglas Coupland aus dem Jahr 1991 zurück. In ihm geht es um eine gut ausgebildete Jugend, die zum ersten Mal in relativ sicheren Zeiten und in einer Überflussgesellschaft, aber auch mit Scheidungen der Eltern, atomarer Aufrüstung und steigender Arbeitslosigkeit aufwächst.

Wichtige Ereignisse:
Live Aid, Mauerfall und der erste PC

Als am 13. Juli 1985 im Wembley-Stadion zu Gunsten Afrikas das bis dahin größte Rockkonzert der Geschichte "Live Aid" stattfand, saß die Generation X am Tonbandgerät, um die Songs von David Bowie, Queen und U2 aufzuzeichnen. Vier Jahre später fiel die Mauer und der Eiserne Vorhang. Der Atari aus dem Kinderzimmer musste den ersten PCs Platz machen. Sagt Ihnen das Kürzel 286er noch etwas?

Bezeichnungen:
Generation Golf

Tief im Gedächtnis der Generation X ist das Jahr 1974 geblieben, als der legendäre Käfer durch den ersten Volkswagen Golf abgelöst wurde. Damals war kaum vorstellbar, dass der Neue, der gerne in knalligem Orange daherkam, in der Lage wäre, die Erfolgsgeschichte fortzuschreiben. Der Rest ist bekannt: Der Golf wurde Sinnbild einer ganzen Generation, Florian Illies setzte ihr in seinem Buch "Generation Golf" im Jahre 2000 ein Denkmal.

Kommunikation:
E-Mail und SMS

Einen Brief schreiben: Der Generation X ist das noch wohlbekannt. Genau wie die zwei Groschen, mit denen man im Telefonhäuschen ein Ortsgespräch führen konnte. Später zeigte sie sich anpassungsfähig: Mit dem Handy tippte die Generation X aufwändig SMS, indem sie mehrfach auf Zahlentasten herumdrückte, und verschickte vom Computer E-Mails, was sogar als Stoff für einen Hollywoodfilm reichte.

Generation Y

Geburtsjahrgänge 1980 bis 1995

Die Generation Y (englisch: Why? – Warum?) hinterfragt gerne Gewohntes und möchte früh Verantwortung übernehmen. Vor allem stellt sie Hierarchien in Frage und will mobil und flexibel arbeiten – und zugleich sich in einem sinnvollen und nachhaltigen Job entfalten, ohne diesen unbedingt in den Mittelpunkt des Lebens stellen zu müssen.

Wichtige Ereignisse:
9/11, Reality TV und Social Media

Nine-Eleven: Das ist das Trauma einer ganzen Generation. Als das World Trade Center in New York in Schutt und Asche fällt, wird die scheinbare Stabilität des Kalten Krieges durch eine ganz neue Bedrohung abgelöst. Im Fernsehen steigt die Anzahl der Sender, das Niveau verhält sich dazu allerdings umgekehrt proportional. Der Computer geht ins Netz, die Menschen an den Tastaturen werden sozial und Facebook startet seinen Siegeszug.

Bezeichnungen:
Millennials und Digital Natives

Wann begann das dritte Jahrtausend? Das wurde Ende 1999 heiß diskutiert – und entgegen der landläufigen Meinung war es eben nicht am 1. Januar 2000, sondern erst ein Jahr später. Der Jahrtausendwechsel fand so oder so statt, und brachte der Generation Y die Bezeichnung "Millenials" ein. Weil sie mit dem Computer aufwuchs, werden ihre Vertreter gerne auch als "Digital Natives" bezeichnet.

Kommunikation:
SMS und Social Media

Das Tippen von SMS kennt auch die Generation Y noch – wobei die kleinen Nokia-Handys zunehmend von Geräten mit Touch-Display verdrängt wurden. Pflichtübung war außerdem das Facebook-Profil, mit denen viele ihr Inneres nach Außen kehrten.

Generation Z

Geburtsjahrgänge 1995 bis heute

Die noch sehr jungen Vertreter der Generation Z, die sich recht gut mit ihren oft helikopternden Eltern verstehen, wirken zugleich sehr unsicher: Eine Theorie sagt, dass der stete Umgang mit der virtuellen Welt zu wenig Platz lässt, um Erfahrungen im echten Leben zu sammeln.

Wichtige Ereignisse:
Klimawandel und Smartphones

"Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut": Anders als ihre Vorgängergeneration gibt sie die Generation Z wieder politisch – und das so konstruktiv wie nie zuvor. Grund genug gibt es, denn der Klimawandel ist in vollem Gange. Eine ganze Generation steht auf – und erntet den Respekt der Älteren. Hilfreich ist das Smartphone, das wichtige Informationen jederzeit liefert.

Bezeichnungen:
Generation Selfie

Sich selbst fotografieren – das war den Vorgängergenerationen nur selbstverliebten Narzissen vorbehalten. In der Generation Z macht es jeder und "postet" es in Instagram und Snapchat. So weiss jeder, was jeder gerade macht. Dumm nur, dass man bei der ganzen Tipperei den Menschen, die einen gerade umgeben, keine Aufmerksamkeit widmen kann.

Kommunikation:
What’s App?

Ein charakteristischer Ton in der vollbesetzten U-Bahn und alle zucken und greifen nach dem Smartphone. Es könnte ja eine wichtige Nachricht sein – und die wird natürlich per WhatsApp übermittelt. Der "Messaging"-Dienst hat noch weitere Vorteile, ermöglicht er doch fast weltweit das kostenfreie Telefonieren über das Datennetz. Das Sahnehäubchen: Man kann auch eine Sprachnachricht aufnehmen und per WhatsApp verschicken. Früher hätte man das mit Telefonieren gelöst.

Weitere Stories

Menschen Mobilität Modelle Technik

Die Welt auf zwei Rädern

Interview und Film: Autostadt-Geschäftsführer Roland Clement testet den SicherheitsParcours mit Ducati-Trainer Peter Gülpen

Menschen Mobilität Modelle Technik

Ein Gefühl der Freiheit

Wie sicher ist Motorradfahren heute geworden? Interview mit Marco Biondi, dem Deutschland-Chef von Ducati

Kultur Menschen

Aufbruch zu neuen Sphären

Die Sao Paolo Dance Company will unsere Sehgewohnheiten verändern. Ein Probenbesuch.

Gesellschaft Innovation Menschen Mobilität

2050 ist nicht weit weg

Ralf Pfitzner, Leiter Nachhaltigkeit des Volkswagen Konzerns, erläutert im Video-Interview, warum Klimaschutz wichtig ist

Gesellschaft Innovation Menschen Mobilität

Offen sein für alles

ŠKODA-Chefdesigner Oliver Stefani erklärt im Interview, wie gutes Autodesign und Neugier zusammenhängen

Kultur Gesellschaft Mobilität Modelle

Langzeitwirkung

Manchmal wird die Werbung selbst zum Klassiker – etwa der Spot mit dem Audi quattro auf der Ski-Sprungschanze

Innovation Mobilität Technik

Auf den Punkt

Mit einer Live HD-Karte legt das Gemeinschaftsunternehmen HERE die Basis für Echtzeit-Assistenzsysteme und autonomes Fahren

Gesellschaft Kultur Menschen

In Bewegung bleiben

Monatelang üben sie, dann der große Auftritt: Die Tanzklasse ist fester Bestandteil von Movimentos

Gesellschaft Kultur Menschen

Kern der Mobilität

Für Bernd Kauffmann, Künstlerischer Leiter der Movimentos Festwochen, übernimmt der Tanz eine wichtige Funktion

Gesellschaft Innovation Mobilität Technik

Warum ist Veränderung wichtig?

Fünf Gedanken von MOIA-Chef Ole Harms zu der Frage, wie sich unsere Mobilität verändern wird

Kultur Menschen Technik

Gestalten und erhalten

Die Lagunenlandschaft der Autostadt ist zwar künstlich angelegt, setzt aber auf Natur – und wandelt sich im Laufe der Jahreszeiten

Gesellschaft Kultur Menschen

Alles hängt von unseren Entscheidungen ab

Die Welt verändern: Friedensnobel-preisträger Muhammad Yunus, Erfinder des Social Business, im Interview

Kultur Menschen Mobilität

Rätselhafter Autor

Lösen Sie die exklusiv von Kult-Rätselautor „CUS“ entwickelte Denksport-Aufgabe über eine Fahrt von Wolfsburg nach Ingolstadt

Innovation Mobilität Technik

Abgeben

Elektronische Assistenten sorgen für mehr Komfort und Sicherheit beim Fahren


Innovation Menschen Technik

Da die Maschinen, hier der Mensch

Patrick van der Smagt vom Volkswagen Data:Lab München über den Nutzen Künstlicher Intelligenz

Kultur Technik

Nachtblüte

Nach Einbruch der Dunkelheit blüht die Autostadt in neuen Farben

Gesellschaft Menschen

Umbauzeit

Die fünf beliebtesten Teenie-Sprüche – und was dahintersteckt