Unterwegs mit der Zeitmaschine

Eine Tour im historischen Cabrio, ein exklusiver Blick hinter die Kulissen des ZeitHaus-Depots, ein 7-Gänge-Menü inklusive Übernachtung: das 5-Sterne-Superior Hotel The Ritz-Carlton, Wolfsburg schickt Oldtimer-Enthusiasten auf eine einzigartige Zeitreise. Wir haben das neue Angebot für Sie getestet.

TEXT: FRANK WALD
FOTOGRAFIE: MARIAN LENHARD
05.04.2022

Unter strahlend blauem Himmel rollt ein originalgetreu restauriertes Horch 930 V Cabriolet aus dem Jahr 1939 in rot-schwarzer Lackierung vor das The Ritz-Carlton, Wolfsburg. Die Sonne spiegelt sich in den polierten Rundungen der 4,92 Meter langen Vorkriegskarosse mit den opulent geschwungenen Kotflügeln und dem erhabenen Chrom-Kühlergrill. Der Chauffeur öffnet den Verschlag und Christina und Klaus Kramer, stilecht gekleidet, machen es sich auf den dick gepolsterten Ledersesseln im Fond gemütlich.

Christina und Klaus Kramer freuen sich auf einen Ausflug mit dem historischen Horch 930 V.

Die Oldtimerausfahrt ist der Auftakt eines von April bis Oktober buchbaren Angebots des The Ritz-Carlton, Wolfsburg, das Auto-Enthusiasten einen Zeitsprung in die nostalgische Welt der Autostadt ermöglicht. Zur stilechten Ausfahrt ins Depot des ZeitHaus gehören selbstverständlich ein Picknickkorb mit einer Flasche Champagner und eine ganz private Tour durch die Sammlung, wo einige derzeit nicht ausgestellte Schmuckstücke des Museums warten. Abgerundet wird die abenteuerliche Zeitreise am Abend mit einem exklusiven Dinner im hoteleigenen 3-Sterne-Restaurant Aqua. Für das lebensfrohe Ehepaar aus dem niedersächsischen Neuenkirchen-Vörden ist der Blick vom Rücksitz eine ungewohnte Perspektive. Denn Klaus Kramer ist Präsident des Horch Club e. V. und besitzt selbst zwei Horch-Originale, die er fleißig bewegt. Heute können sich Frau und Herr Kramer jedoch entspannt in die Fauteuils zurücklehnen. Denn Horch-Kenner Gerald Gretzke aus der technischen Abteilung des Autostadt-Museums ZeitHaus ist für die Lenkarbeit zuständig.

Das Ehepaar Kramer testet das „Zeitsprung“-Angebot des The Ritz-Carlton, Wolfsburg.
Der Innenraum ist mit feinem Holz ausgestattet, dadurch wirkt das Armaturenbrett besonders edel.
Am Steuer sitzt Gerald Gretzke aus der technischen Abteilung des ZeitHaus.
Im Depot in Vorsfelde angekommen, übernimmt Andreas Hornig, technischer Leiter des Zeithaus, die Führung.
Der Renault 4 CV, im Volksmund auch „Cremeschnittchen“ genannt, hat es Herrn Kramer besoners angetan.

Auf Reise mit der rot-schwarz lackierten Zeitmaschine
Der V8-Zylinder springt auf Anhieb ohne Murren und überraschend leise an. Gemächlich rollt das über 80 Jahre alte Auto die Parkallee der Autostadt hinunter. Der Innenraum schwelgt in Leder, Chrom und echtem Holz – und das nicht zu knapp. Auch ein Grund für Hobbyrestaurator Klaus Kramer, warum sein Herz für Horch schlägt. „Ein Horch wurde für die Ewigkeit gebaut. Aber weil niemand genau weiß, wie lange die dauert, haben sie immer noch ein bisschen mehr als andere draufgepackt“, sagt er.

Der kleine Ausflug geht durch die Landkreise Gifhorn und Helmstedt, vorbei an hübschen historischen Fachwerk-Gehöften. Gerald Gretzke lenkt den Wagen routiniert über den Mittellandkanal und die Aller, gondelt durch die malerischen Bauerndörfer Brechtorf und Grafhorst und erreicht schließlich das ZeitHaus-Depot im Gewerbegebiet Vorsfelde. Von außen ein schlichter Funktionsbau, doch hinter der unscheinbaren Fassade parken automobilhistorische Schätze von mehr als 60 Marken, die ihre Besucher*innen auf eine Zeitreise durch 130 Jahre Automobilhistorie schicken.

Führung durch die automobile Schatzkammer
In den Depot-Lagerhallen werden die Schmuckstücke aber nicht nur aufbewahrt, sondern auch aufbereitet. Es gibt mehrere Werkstattkoben, Hebebühnen, eine Waschanlage sowie einen Finish-Raum, in dem die Oldtimer herausgeputzt werden, bevor sie dann ins Museum wandern. „Dort ist es schön, hier wird die Arbeit gemacht“, bringt es der technische Leiter des ZeitHaus, Andreas Hornig, auf den Punkt. Im Schlenderschritt passieren die Kramers Legenden der automobilen Leidenschaften: Hier der allererste Bentley 8 Litre mit der Chassis-Nr. YF 5001 aus dem Jahr 1930. Gegenüber ein 1937er Cord 812 Supercharged mit „Sargnasen“-Motorhaube, aus der chromummantelte Auspuffrohre quellen. Daneben reiht sich eine knallrote Porsche Trecker-Parade aus den 50er-Jahren, nach Baujahr, Größe und Zylinderanzahl sortiert. Hier ein Bugatti Type 15 von 1912, dort ein majestätischer Audi Front UW von 1934, dazwischen kreuzt das erste deutsche Fließbandauto, ein Opel Olympia von 1939, wegen seiner grünen Lackierung „Laubfrosch" genannt, den Weg. Sehenswert auch die französischen und italienischen Antworten auf den Käfer: ein Renault 4 CV von 1954, im Volksmund auch „Cremeschnittchen“ genannt, und ein Fiat 500 B Topolino, das „Mäuschen“ von 1949, die beide in Südeuropa mit Millionenverkäufen zur Automobilisierung der Massen beitrugen. So viele Modelle, so wenig Zeit. „Wollte man nur die wichtigsten herauspicken, würde man hier Stunden verbringen“, sagt Hornig.

Zurück in der Autostadt checken Christina und Klaus Kramer ins The Ritz-Carlton, Wolfsburg ein.
Die großzügige Superior-Suite bietet viel Platz und die nötige Ruhe, um einen Moment lang zu entspannen.
Denn bald geht es schon weiter: Auf die Kramers wartet ein unvergesslicher Abend im hoteleigenen Restaurant Aqua.
Dort kreiert das Küchenteam rund um Küchenchef Sven Elverfeld ein exquisites 7-Gänge-Menü.
Elverfeld hat mit seinem Team bereits zum 14. Mal in Folge drei Michelin-Sterne erkocht.
Die Kramers lassen bei einem letzten Glas Wein ihren Abend ausklingen. Ihr Fazit: „Ein toller, unvergesslicher Tag!“

Zeit zum Einchecken in die Suite
Es geht zurück in die Autostadt, denn das nächste Highlight wartet schon. Doch davor ist Zeit zur Entspannung. Die Kramers beziehen ihre mehr als 70 Quadratmeter große Suite im The Ritz-Carlton, Wolfsburg – und sind begeistert. Besonders angetan haben es ihnen der Panoramablick auf die sonnenbeschienene Industriekulisse des Volkswagen Kraftwerks und den Mittellandkanal oder das Natursteinbadezimmer mit Regendusche und beheiztem Boden. „Ein echtes Erlebnis“, sagt Klaus Kramer.

Genau das will Marcus Reiser, Verkaufs- und Marketingdirektor im The Ritz-Carlton, Wolfsburg mit der einmaligen Kombination aus exklusiver Oldtimerausfahrt, Depotführung und Übernachtung in einem der führenden 5-Sterne-Hotels Deutschlands bieten. „Wir glauben, dass unser Angebot etwas ganz Besonderes ist“, sagt er. In dieser Kombination sei das nirgendwo sonst zu haben – ein unvergessliches Abenteuer.

Kulinarisches Highlight zum Schluss
Den finalen Höhepunkt des Programms setzt Sven Elverfeld. Der Küchenchef des hoteleigenen Restaurants Aqua hat mit seinem Team gerade den dritten Michelin-Stern zum 14. Mal in Folge erkocht. Seit 22 Jahren betreibt der gebürtige Hesse sein Restaurant im The Ritz-Carlton, Wolfsburg und hat es zu einer der ersten Adressen für Gourmets in Deutschland und Europa gemacht. Sein Erfolgsrezept? „Du kannst dich nicht permanent neu erfinden, sondern musst mit den Grundzutaten auskommen. So wie auch ein Musiker mit den vorhandenen Noten immer wieder neue Kompositionen erschafft.“

Wie das aussieht und schmeckt, erlebt das Ehepaar Kramer bei ihrem 7-Gänge-Menü inklusive Weinbegleitung. Schon die karamellisierte Kalamata-Olive zur Einstimmung erweitert den Horizont. Dabei hat das „Große Reise“-Menü gerade erst begonnen. Und erst nach dreieinhalb Stunden Genuss, abschließenden Pralinen und Plausch mit Sternekoch Elverfeld findet das exquisite Oldtimerabenteuer ein würdiges Ende.

Mehr zum „Zeitsprung“ in der Autostadt unter:

www.ritzcarlton.com/de/hotels/germany/wolfsburg/offers/time-travel