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„Einfach mal machen“

Manchmal ist es besser, nicht zu viel nachzudenken und einfach mal loszulegen. Das findet zumindest Jürgen Haase, der seit Februar 2020 die Geschäftsleitung der Autostadt verstärkt. Fünf Fragen und fünf Antworten über eine große Charaktereigenschaft: Mut.

INTERVIEW: Laurin Paschek
FOTOGRAFIE: JANINA SNATZKE

01

Herr Haase, wir leben in einer Epoche des Wandels. Muss man mutig sein, um gut durch diese Zeit zu kommen?

Ja, vielleicht. Man sollte jedenfalls besser keine Angst vor Veränderungen haben. Sich auf Neues einzulassen, kann ein großer Gewinn sein.

02

Können Sie das etwas erläutern?

Ich war etwas älter als 50 Jahre, als meine Frau und ich den Entschluss fassten, für Volkswagen ins Ausland zu gehen – und zwar nach Russland. Da weiß man auch erst einmal nicht, was einen erwartet. Im Englischen gibt es mit dem Wort „discomfort“ eine schöne Bezeichnung für das, was mit einer solchen Veränderung verbunden ist: Das Leben wird erst einmal unkomfortabel und man fühlt sich unwohl in der neuen Situation. Aber hat man den inneren Schweinehund erst einmal überwunden, dann kann das hinterher sehr positive Gefühle auslösen. Als wir nach rund vier Jahren Russland wieder verließen, haben wir das genau so gesehen: Wir sind mit der neuen Situation klargekommen, haben die Sprache gelernt und dort gut gelebt. Es war ein Gewinn.

03

Was ist für Sie Mut?

Ich würde sagen, Mut ist das aktive Überwinden der eigenen Angst. Diese Art von Mut halte ich für sehr wichtig. Denn sonst traut man sich nichts mehr, man bleibt stehen – nicht nur ganz physisch, sondern auch gedanklich.

04

Erinnern Sie sich an einen Moment, in dem Sie mutig waren?

Ich bin in der ehemaligen DDR aufgewachsen und muss 18 Jahre alt gewesen sein. Seinerzeit gab es die Möglichkeit, dass man die Führerschein-Prüfung bei der Gesellschaft für Sport und Technik macht. Wir haben das Fahren dort nicht wie üblich in einem Pkw gelernt, sondern mit einem Lastkraftwagen – einem IFA W50 Vielzweck-Lkw, der in der DDR als Arbeitspferd galt. Mit diesem Truck bin ich durch die Stadt gefahren. Da hatte ich ganz schön Respekt, denn die Fahrerkabine des W50 ist sehr hoch und es gibt außerdem keine richtige Motorhaube. Wenn man am Lenkrad sitzt, guckt man von weit oben ganz nach unten, direkt auf die Straße. Das ist schon beeindruckend. Aber irgendwie hat es geklappt.

05

Nicht zu viel nachdenken: Kann das eine Strategie sein?

In diesem Fall war das „einfach mal machen“ jedenfalls erfolgreich. Im Grunde ist es wie bei einem Dachdecker: Der fängt mit dem Arbeiten ja auch nicht gleich in einer Höhe von 50 Metern an. Als Auszubildender lernt er sein Handwerk erst einmal in geringeren Höhen, um sich Stück für Stück nach oben zu arbeiten.

Jürgen Haas Jürgen Haas

„Hat man den inneren Schweinehund erst einmal überwunden, dann kann das hinterher sehr positive Gefühle auslösen.“

Jürgen Haase

Jürgen Haas

Jürgen Haase (57) wurde in Wippra in Sachsen-Anhalt geboren und begann seine Laufbahn als Gymnasiallehrer für die MINT-Fächer. 1992 wechselte er an das Volkswagen Bildungsinstitut nach Zwickau und im Anschluss zum Volkswagen Coaching, das später zur Volkswagen Group Academy wurde und deren Geschäftsführung er 2006 übernahm. In dieser Zeit war er auch Vorsitzender im Trägerverein der Neuen Schule Wolfsburg. Weitere Stationen als Geschäftsführer führten ihn in den vergangenen Jahren unter anderem in das Volkswagen Werk nach Kaluga (Russland) und zuletzt zu Volkswagen Autoeuropa nach Palmela (Portugal). Seit dem 1. Februar 2020 ist Jürgen Haase Mitglied der Geschäftsleitung der Autostadt in Wolfsburg und verantwortet in dieser Funktion die kaufmännischen Bereiche sowie den Bildungsbereich.

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