Henrik Schrat

„Chiron“

Die dreiteilige Installation von Henrik Schrat am und im ZeitHaus der Autostadt ist ein Beispiel für das Wechselspiel zwischen Kunst und Technik. Zigtausend Einzelteile verbinden sich darin zu Figuren oder technischen Gebilden und vermitteln so einen Eindruck von Dynamik und Bewegung.

Fassade: „Chiron“ (Folienschnitt auf Glas)

Für diesen Teil seiner Arbeit bringt Henrik Schrat unzählige Bauteile des Automobils wie Nockenwelle, Schraube oder Zündkerze als Scherenschnitte auf die Fassade des ZeitHauses. Sie fügen sich zur Figur des berühmtesten Zentauren der griechischen Mythologie, des Chiron, zusammen, der dem Kunstwerk seinen Namen gibt. Chiron gilt als weise, kenntnisreich und gerecht und steht gleichzeitig für die perfekte Verschmelzung des Menschen mit der Eleganz, Kraft und Geschwindigkeit des Pferdes: ein Bild für Mobilität und Bewegung, aber auch für die Entwicklung des Menschen und seiner Fortbewegungsmittel. Gleichzeitig verweist das Kunstwerk auf die Organisationsstrukturen großer Unternehmen, wie dem Volkswagen Konzern, in denen sich das Potential erst durch das Zusammenspiel aller entfaltet.

LED-Wand

Seit der Installation des „Chiron“ am und im ZeitHaus sind auf der LED-Wand korrespondierende Filme zu sehen, die sich Aspekten der Arbeit von Henrik Schrat widmen. In einem ersten Film wurde die Figur des „Chiron“ in einer Videoinstallation in seine Einzelteile aufgelöst. „Das Alphabet“ zeigte, angelehnt an die einzelnen Buchstaben eines Textes, die verschiedenen Komponenten des Kunstwerks, die erst im Miteinander eine Aussage treffen.

Der zweite Film stellt einen direkten Bezug zum ZeitHaus und den ausgestellten Exponaten her. Er behandelt ein Thema, das so alt ist, wie das Auto selbst: die Personifizierung des Automobils. Auffälligstes Merkmal ist sein "Gesicht", bestehend aus Scheinwerfern, Stoßstange und Kühlergrill. Sie lächeln, blicken zornig, strahlen Eleganz aus oder scheinen beleidigt.

In 130 Bildern, die in einer Stopp-Motion-Sequenz zusammengefügt wurden, tritt der Betrachter der Gesichter eine historische Reise an. Wie in einer Phantombildkartei werden Automarken, Typenreihen und markante Merkmale miteinander kombiniert. Doch darin liegt auch die Täuschung: Das sich ständig verändernde "Wesen" ist letztlich keines. Sein Gesicht sind wir selbst, eine Maske, die wir der Maschine überstülpen. So wichtig es einerseits erscheint, dem Menschen die Technik sympathisch und nutzbar zu machen, so gefährlich wird es, wenn er ihrer Vermenschlichung erliegt.

„Zug nach Oben“.
Fünf Mobiles durchziehen das ZeitHaus.

Die Mobiles: „Zug nach Oben“ (Aluminium pulverbeschichtet, Stahlseile, diverse Materialien)

Im Inneren des ZeitHauses setzt sich die Installation in einem dritten Teil fort. Der „Zug nach Oben“ besteht aus fünf Mobiles, die sich wiederum aus den Silhouetten der technischen Bauteile des Fahrzeugbaus zusammensetzen.

In einer ansteigenden Linie durchziehen die Mobiles den Luftraum der Halle. In einer Diagonale schneiden sie eine der Brücken, und wie eine Prozession, die kurzzeitig stehen geblieben ist, und deren Teilnehmer unruhig hin und her gehen, hängen sie da. Die Bauteile beginnen, sich zu einzelnen Baugruppen zu verschmelzen und Eigenleben zu entfalten. Es sind noch einzelne Schrauben und Muttern da, aber auch bereits komplexe technomorphe Gebilde, die Charakter annehmen und erahnen lassen, was daraus werden könnte.

Chiron

Chiron ist ein Eigenname und bezeichnet in der griechischen Mythologie den Sohn des Kronos und der Philyra. Er ist Halbbruder des Zeus und einer der Zentauren. Körperlich gleicht er diesen wilden Tiermenschen, ist selbst jedoch anderen Ursprungs. Er hat ein ganz besonderes Wesen und ist ein Ausnahme-Zentaur. Er gilt als weise und kenntnisreich, überdies als gerecht, und als ein Freund der Götter.

Im Verlauf der vierten Aufgabe des Herakles (Einfangen des Erymanthischen Ebers) wird Chiron von einem vergifteten Pfeil des Herakles versehentlich verwundet. Um sich die Schmerzen der Wunde zu ersparen, entsagt er seiner Unsterblichkeit. Zeus würdigt Chiron dadurch, dass er ihn als Sternbild am Himmel verewigt.

Der Künstler

Henrik Schrat wurde am 25. März 1968 in Greiz, Thüringen, geboren. Er studierte an der Hochschule für Bildende Künste in Dresden sowie an der Slade School of Fine Art in London Malerei und Bühnenbild. Er erhielt mehrere Stipendien und promovierte an der Essex Business School im Fachbereich Management. In seinen Arbeiten konzentriert sich Schrat zumeist auf politische, soziale und künstlerische Fragen und bedient sich dabei in Vergessenheit geratener künstlerischer Techniken. Zu seinen Werken zählte beispielsweise die Fassendenarbeit „Wolfsampel“ am Galileo Hochhaus der Deutschen Bahn (ehemals Dresdner Bank) in Frankfurt am Main. Weitere Informationen unter www.henrikschrat.de.

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