Gerhard Merz

„Rot Blau Gelb“

„Rot Blau Gelb“ ist nach dem Entwurf von Gerhard Merz monochrom auf die Außenflächen der großen architektonische Körper aufgebracht, die im KonzernForum zwei Kinos und die AbholerWelt aufnehmen. Auf insgesamt 4.000 Quadratmetern Wandfläche repräsentieren die Reinheit der Farben und die Hochglanzausführung des Stukkolustro, einer aufwändigen Stucktechnik, den Qualitätsanspruch des Konzerns. Sozusagen „fugenlos“, wirken die Körper so perfekt lackiert wie ein Auto.

Visuelle Bindeglieder zwischen Kunst und Architektur

Die großen Volumenkörper von Gerhard Merz – Rot Blau Gelb – sind visuelle Bindeglieder zwischen Kunst und Architektur. Die Ausstrahlung der Farbkräfte reicht über das KonzernForum hinaus, wo die drei unterschiedlich großen Objekte ihren Ort haben, bis in die Park- und Lagunenlandschaft der Autostadt. Bei der Ausführung seiner Ideen und des Stukkolustros steht Gerhard Merz seit langem Ferruccio Festini als Verbündeter zur Seite, dessen Ideal gleichfalls makellose Schönheit ist. Der Stuckateurmeister aus Norditalien blickt mit Stolz auf eine Familientradition zurück, in der er sein hoch spezialisiertes Handwerk in der fünften Generation ausübt.

Das Material

Das weiße, sehr reine Alabastermehl, das aus Volterra (Toskana) kommt, ist auch der Grundstoff für die Beschichtung der drei Objekte „Rot Blau Gelb“ im KonzernForum der Autostadt. Für die Oberfläche des gelben Körpers in der zentralen Piazza importierte Festini 600 Kilogramm Kadmiumgelb als reines Pigment aus England. Für den roten Korpus hatte sich der Künstler einen neutralen, kalten Farbton gewünscht – nicht violett, nicht blau, nicht orange. Festini fand das richtige Pigment für die große Fläche in Asien: Kadmiumrot. In Amerika orderte er reines Kobaltblaufür den blauen Korpus. Bienenwachs, das nach dem Trocknen mit Glätteisen weggeschliffen wurde, verlieh dem Alabasterglanzstück von „Rot Blau Gelb“ am Ende die Brillanz, die die Blicke heute auf sich lenkt. Die verwendeten Naturprodukte haben eine Lebensdauer von Jahrhunderten – sie atmen und sind nicht brennbar.

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Der Künstler

Gerhard Merz wurde 1947 in Mammendorf bei München als Sohn eines Architekten geboren. Von 1969 bis 1973 studierte er an der Akademie der Bildenden Künste in München. 1975 fanden erste Einzelausstellungen statt, die Merz mit seinen seit 1971 entstandenen, großflächigen Rasterbildern und monochromen Arbeiten bestückte. Die Beschäftigung mit Farbe war von Beginn an ein Leitmotiv im Werk von Gerhard Merz. Vorbilder und Inspirationsquellen waren u. a. Künstler der klassischen Moderne wie Piet Mondrian und Mies van der Rohe sowie amerikanische Nachkriegskünstler wie Ad Reinhardt und Barnett Newman. Ende der siebziger Jahre begann Gerhard Merz, die Farbflächen seiner Werke mit typographischen Wort- und Textbausteinen zu verbinden. Ab 1982 kamen Siebdrucke nach Fotografien hinzu, die er bei seinen Ausstellungen mit Wandmalereinen und monochromen Bildern kombinierte. Seit Mitte der 80er Jahre sind seine Arbeiten raumumfassend, in den späten 80er Jahren kamen architektonische Elemente hinzu. Diese klaren, auf den Raum bezogenen Installationen waren es, die ihn international bekannt machten. Gerhard Merz lehrt an der Kunstakademie Düsseldorf. Er lebt und arbeitet in Berlin und in Pescia (Italien).

 

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