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Kolumne

In der Kolumne zur Ausstellung LEVEL GREEN erscheinen regelmäßig Beiträge prominenter Vertreter innerhalb der Nachhaltigkeitsdebatte, ergänzt um Aktuelles und Wissenswertes zum Thema, z. B. Termine, Nachrichten oder Hinweise auf neue Forschungsergebnisse.

Vereinten Nationen kämpfen gegen Wüstenbildung und Wassermangel

Bereits 2007 haben sich die Vereinten Nationen dazu entschlossen, die Jahre zwischen 2010 und 2020 als UN-Dekade für Wüsten und den Kampf gegen Wüstenausbreitung (United Nations Decade for Deserts and the Fight against Desertification) auszurufen. Damit wollen sie auf die zunehmende Bedrohung der Lebensgrundlagen von zahlreichen Menschen durch die rasante Ausbreitung der Wüsten weltweit aufmerksam machen.

Hauptursachen für Wüstenbildung (Desertifikation) sind nichtnachhaltige Landnutzung zum Beispiel durch übermäßige Wasserentnahme und die Übernutzung von Böden durch extensive Landwirtschaft, aber auch mangelnde Niederschläge in Folge der globalen Erwärmung. Trockenheit, Erosion und die Zunahme von Bränden verschärfen zusätzlich die Situation. Von Wüstenausbreitung sind dabei besonders die Gebiete Zentralasiens und in den Regionen südlich der Sahara betroffen. Eine aktuelle Studie des Spanischen Institutes of Agro Food Research and Technology stellt zudem fest: Auch semi-aride Gebiete wie beispielsweise weite Teile Spaniens und andere Mittelmeeranrainer sind davon berührt.

Aktuell gehen die Vereinten Nationen / Convention to Combat Desertification (UNCCD) davon aus, dass in den nächsten 10 Jahren mehr als 50 Millionen Menschen akut von Wassermangel und Wüstenbildung bedroht und damit zur Aufgabe ihrer Heimat gezwungen sind. Eine gerade veröffentlichte Studie des Instituts für Umweltökonomik und Welthandel der Universität Hannover gemeinsam mit der United Nations University in Bonn zeigt, dass neben gewaltsamen Konflikten und Armut zunehmend auch die Verschlechterung der Umwelt (Bodendegradation und Wassermangel) zu den Ursachen von Migration zählen. Dabei ist in den Ländern südlich der Sahara besonders häufig die so genannte Binnenmigration zu beobachten, bei der Menschen aus den von Wassermangel betroffenen Gebieten in andere, noch lebensfähige Gebiete fliehen. Nachhaltige Landwirtschaft, beispielsweise alternative Befeuerungsmöglichkeiten anstatt Holzschlag könne hier ein Schlüssel sein, um den Menschen auch eine Perspektive in ihren ursprünglichen Gebieten zu geben.

 
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